Kfz-Steuer Diesel vs. Benzin: korrekter Vergleich

Beim Hubraumanteil ist der Diesel deutlich höher besteuert. Für einen vollständigen Vergleich brauchen Sie außerdem Erstzulassung und CO2-Wert — und für die Kaufentscheidung weit mehr als nur die Kfz-Steuer.

Hubraumanteil: 2,00 gegen 9,50 EUR

Für Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. Juli 2009 nennt § 9 KraftStG je angefangene 100 cm³:

AntriebSatz je 100 cm³Bei 2.000 cm³
Benzin2,00 EUR40 EUR
Diesel9,50 EUR190 EUR

Der Hubraum wird immer auf die nächste 100-cm³-Einheit aufgerundet. 1.901 und 2.000 cm³ ergeben deshalb beide 20 Einheiten.

CO2-Anteil: Erstzulassung entscheidet

Diesel und Benziner verwenden innerhalb derselben Erstzulassungsperiode dieselbe CO2-Logik. Der steuerfreie Ausgangswert ist jedoch nicht für alle Baujahre gleich:

  • 1. Juli 2009 bis Ende 2011: 120 g/km, darüber 2 EUR je g/km
  • 2012 bis Ende 2013: 110 g/km, darüber 2 EUR je g/km
  • 2014 bis Ende 2020: 95 g/km, darüber 2 EUR je g/km
  • ab 2021: progressiv gestaffelte Sätze oberhalb von 95 g/km

Ein Vergleich ohne Erstzulassungsdatum ist daher unvollständig. Auch die Annahme, ein Antrieb habe grundsätzlich einen bestimmten CO2-Vorteil, ersetzt nicht den zertifizierten Wert des konkreten Modells.

Beispiel: gleicher Hubraum und CO2-Wert

Zwei 2023 erstmals zugelassene Pkw haben jeweils 2.000 cm³ und 130 g/km CO2. So wird nur der Unterschied beim Kraftstofftyp sichtbar:

KomponenteBenzinDiesel
Hubraum40 EUR190 EUR
CO2: 20 × 2 EUR + 15 × 2,20 EUR73 EUR73 EUR
Jahressteuer113 EUR263 EUR

Bei unterschiedlichen CO2-Werten verändert sich die Differenz entsprechend. Die Pkw-Jahressteuer wird auf volle Euro nach unten abgerundet.

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Keine pauschale Diesel-Kilometergrenze

Aus der Steuerdifferenz allein lässt sich nicht ableiten, ab welcher Fahrleistung ein Diesel wirtschaftlicher ist. Für einen belastbaren Vergleich benötigen Sie mindestens:

  • Kaufpreis und erwarteten Wertverlust,
  • Versicherung, Wartung und Reparaturrisiko,
  • realen Verbrauch im eigenen Fahrprofil,
  • aktuelle Kraftstoffpreise und Jahresfahrleistung.

Starre Faustregeln wie „Diesel lohnt sich ab 15.000 km“ können bei einzelnen Modellen zufällig passen, sind aber keine verlässliche Entscheidungsgrundlage.

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Fazit

Bei gleichem Hubraum zahlt ein Diesel 7,50 EUR mehr je angefangene 100 cm³. Die CO2-Komponente folgt für beide Antriebe denselben zeitabhängigen Regeln. Für die Kfz-Steuer reichen Erstzulassung, Hubraum und CO2-Wert; für die Fahrzeugwahl braucht es eine individuelle Gesamtkostenrechnung.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheiden sich Diesel und Benziner bei der Hubraumsteuer?
Für Pkw mit Erstzulassung ab 1. Juli 2009 gelten 9,50 EUR je angefangene 100 cm³ für Diesel und 2,00 EUR für Benziner. Bei 2.000 cm³ beträgt die Differenz 150 EUR pro Jahr.
Gelten für Diesel andere CO2-Stufen?
Nein. Bei derselben Erstzulassungsperiode gelten dieselben CO2-Freibeträge beziehungsweise progressiven Stufen. Die konkrete CO2-Komponente hängt aber vom zertifizierten CO2-Wert des jeweiligen Fahrzeugs ab.
Ab welcher Fahrleistung lohnt sich ein Diesel?
Dafür gibt es keine belastbare allgemeine Kilometergrenze. Anschaffungspreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung, tatsächlicher Verbrauch und aktuelle Kraftstoffpreise unterscheiden sich je Fahrzeug und Nutzung.
Ist der CO2-Preis an der Zapfsäule Teil der Kfz-Steuer?
Nein. Kraftstoffpreis und Kfz-Steuer sind getrennte Kosten. Für eine Kaufentscheidung sollten beide berücksichtigt, aber nicht in einer angeblichen Kfz-Steuerformel vermischt werden.