H-Kennzeichen: Pauschale 191,73 EUR Kfz-Steuer für Oldtimer

Das H-Kennzeichen macht Oldtimer-Besitz steuerlich planbar: Statt der regulären Berechnung nach Hubraum und CO2-Ausstoß zahlen historische Fahrzeuge eine Pauschale von 191,73 EUR pro Jahr. Besonders bei großvolumigen Motoren spart das viel Geld — doch nicht immer ist die Pauschale günstiger.

Die Pauschale: Einfach und planbar

Fahrzeuge mit dem historischen H-Kennzeichen unterliegen keiner der regulären Berechnungsformeln. Weder der Hubraum noch der CO2-Ausstoß spielen eine Rolle. Stattdessen gilt ein fester Jahresbetrag:

Fahrzeugart Pauschale pro Jahr
Pkw und sonstige Kfz 191,73 EUR
Motorräder 46,02 EUR

Diese Beträge gelten bundeseinheitlich und sind seit Jahren unverändert. Die Pauschale wird durch die Zollverwaltung automatisch festgesetzt, sobald das H-Kennzeichen zugeteilt wird.

Voraussetzungen für das H-Kennzeichen

Das H-Kennzeichen (das „H" steht für historisch) ist nicht allein eine Frage des Alters. Drei Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Mindestalter 30 Jahre: Das Fahrzeug muss vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen worden sein. Für eine Zulassung im Jahr 2026 muss die Erstzulassung also spätestens 1996 erfolgt sein.
  • Weitgehend originaler Zustand: Das Fahrzeug muss sich in einem Zustand befinden, der dem Originalzustand weitgehend entspricht oder fachgerecht in einen historisch korrekten Zustand zurückversetzt wurde. Zeitgenössische Umbauten, die zum damaligen Fahrzeugbestand gehören, sind zulässig. Moderne Tuning-Maßnahmen schließen das H-Kennzeichen aus.
  • Guter Erhaltungszustand: Das Fahrzeug muss zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes beitragen. Stark verrostete, unfallbeschädigte oder vernachlässigte Fahrzeuge erfüllen diese Anforderung nicht.

Die Prüfung erfolgt durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen (TÜV, DEKRA oder vergleichbare Organisation) im Rahmen eines Oldtimer-Gutachtens nach §23 StVZO. Die Kosten für dieses Gutachten liegen zwischen 80 und 200 EUR.

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Wann das H-Kennzeichen richtig Geld spart

Die Pauschale von 191,73 EUR entfaltet ihren größten Vorteil bei Fahrzeugen mit großen Motoren und hohem CO2-Ausstoß. Typische Beispiele:

Beispiel 1: US-Muscle-Car mit 5,7-Liter-Benzinmotor

Reguläre Steuer (vor 2009 zugelassen, Schadstoffklasse Euro 1): Hubraum 5.700 cm³ — je nach historischer Schadstoffklasse können mehrere Hundert Euro fällig werden.

Mit H-Kennzeichen: 191,73 EUR — eine Ersparnis von oft über 500 EUR pro Jahr.

Beispiel 2: Mercedes W126 mit 4,2-Liter-Diesel

Reguläre Steuer für einen Diesel-Pkw mit 4.196 cm³ Hubraum: 42 Einheiten x 9,50 EUR = 399,00 EUR (nur Hubraum, ohne CO2).

Mit H-Kennzeichen: 191,73 EUR — eine Ersparnis von rund 207 EUR pro Jahr.

Beispiel 3: Porsche 911 (Typ 993) mit 3,6-Liter-Boxer

Reguläre Steuer (Benziner, 3.600 cm³, vor 2009): Je nach Schadstoffklasse zwischen 250 und 500 EUR.

Mit H-Kennzeichen: 191,73 EUR — klare Ersparnis.

Wann die reguläre Zulassung günstiger ist

Nicht immer lohnt sich das H-Kennzeichen steuerlich. Bei Fahrzeugen mit kleinem Hubraum und niedrigem CO2-Ausstoß kann die reguläre Steuer unter der Pauschale liegen:

Fahrzeug Reguläre Steuer H-Kennzeichen Differenz
VW Käfer 1.3l (Benzin) ca. 90 EUR 191,73 EUR +102 EUR
Fiat 500 1.1l (Benzin) ca. 65 EUR 191,73 EUR +127 EUR
BMW E30 325i 2.5l (Benzin) ca. 170 EUR 191,73 EUR +22 EUR
Mercedes W124 3.0 Diesel ca. 285 EUR 191,73 EUR -93 EUR

Faustregel: Bei Benzinern unter 2,5 Liter Hubraum sollten Sie die reguläre Steuer prüfen. Bei Diesel-Fahrzeugen ab 2,0 Liter und bei Benzinern ab 3,0 Liter ist das H-Kennzeichen nahezu immer günstiger.

Weitere Vorteile des H-Kennzeichens

Neben der steuerlichen Pauschale bietet das H-Kennzeichen weitere praktische Vorteile:

  • Umweltzonen: Oldtimer mit H-Kennzeichen dürfen ohne Feinstaubplakette in alle Umweltzonen einfahren — ein entscheidender Vorteil in Großstädten.
  • Günstige Versicherung: Viele Versicherer bieten spezielle Oldtimer-Tarife an, die deutlich unter den regulären Prämien liegen. Voraussetzung ist häufig ein Alltagsfahrzeug als Erstfahrzeug.
  • Wertstabilität: Das H-Kennzeichen dokumentiert den historischen Status und kann den Wiederverkaufswert positiv beeinflussen.
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Die Hauptuntersuchung: HU-Intervall für Oldtimer

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterliegen denselben HU-Intervallen wie reguläre Pkw: Die Hauptuntersuchung ist alle zwei Jahre fällig. Es gibt keine Sonderregelung für längere Intervalle. Bei der HU wird auch der fortdauernde Erhaltungszustand des Fahrzeugs überprüft — gravierende Verschlechterungen können zum Verlust des H-Kennzeichens führen.

Fazit: Rechnen lohnt sich

Die Pauschale von 191,73 EUR macht das H-Kennzeichen für Besitzer großvolumiger Oldtimer zum finanziellen Gewinn. Ein V8-Benziner oder ein großer Diesel spart leicht mehrere Hundert Euro pro Jahr. Doch bei Kleinwagen und Fahrzeugen mit weniger als 2 Liter Hubraum sollten Sie genau rechnen — hier kann die reguläre Besteuerung günstiger ausfallen. Nutzen Sie unseren Rechner, um beide Varianten zu vergleichen.

Haufig gestellte Fragen

Was kostet die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen?
Die Kfz-Steuer beträgt pauschal 191,73 EUR pro Jahr für Pkw und andere Kraftfahrzeuge sowie 46,02 EUR pro Jahr für Motorräder. Diese Pauschale gilt unabhängig von Hubraum, CO2-Ausstoß, Motorart oder Schadstoffklasse.
Ab wann kann ein Fahrzeug ein H-Kennzeichen bekommen?
Ein Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein (gerechnet ab dem Tag der Erstzulassung), sich in einem weitgehend originalen und gut erhaltenen Zustand befinden und eine positive Begutachtung nach §23 StVZO bestehen. Die Begutachtung wird im Rahmen der Hauptuntersuchung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen durchgeführt.
Wann lohnt sich das H-Kennzeichen steuerlich nicht?
Bei Fahrzeugen mit kleinem Hubraum und niedrigem CO2-Ausstoß kann die reguläre Steuer günstiger sein als die Pauschale von 191,73 EUR. Ein Kleinwagen mit 1.000 cm³ Benzinmotor und 120 g/km CO2 zahlt regulär nur rund 70 EUR — das H-Kennzeichen wäre hier fast dreimal so teuer. Prüfen Sie daher immer beide Varianten mit dem Kfz-Steuer-Rechner.
Darf ein Oldtimer mit H-Kennzeichen in Umweltzonen fahren?
Ja. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen sind von den Fahrverboten in Umweltzonen befreit — auch ohne grüne Plakette. Dies ist ein weiterer praktischer Vorteil neben der steuerlichen Pauschale, da viele Oldtimer die Abgasnormen für eine grüne Plakette nicht erfüllen.